Ohne Zahnschmelz liegen die Nerven blank. Nun, nicht ganz, da das Dentin sie noch schützend umgibt, jedoch ist dieses kaum ausreichend, um gegen Bakterien, Säuren und Viren zu bestehen. Außerdem könnten Dentin und Pulpa (der Nerv) ohne das härteste Gewebe unseres Körpers kaum dem Druck standhalten, dem sie beim Kauen ausgesetzt wären. Also kurz gesagt: Ohne Zahnschmelz ist ein Zahn äußerst angreifbar. Jedoch ist Zahnschmelz leider nicht unzerstörbar, auch wenn viele Menschen, die unter Karies leiden, sich das gern wünschen. Vor allem Säuren setzen ihm zu und führen dazu, dass er wichtige Mineralien verliert. Im schlimmsten Fall führt die häufige Aufnahme von Säuren, die in zahlreichen Lebensmitteln enthalten sind, zur Zahnschmelzerosion. Und ist er einmal zerstört, so bleibt er das für immer. Eine Studie aus China lässt jedoch Hoffnung aufkeimen, dass es eine Lösung gibt, um den Zahnschmelz womöglich doch zu retten.

Als Zahnarzt-Praxis aus Zuffenhausen berichten wir in unserem Blog gern über die Ergebnisse dieser interessanten Studie.

Spezielles Gel fördert Zahnschmelzregeneration

Wissenschaftler der Zhejiang University School of Medicine in China haben mit ihrer Studie die Experten der Zahnmedizin zum Hoffen und Nachdenken gebracht. Die Forscher entwickelten ein Gel, das den Zahnschmelz dazu bewegen soll, sich selbst zu regenerieren. Die Basis dafür bildet die Struktur des Gels, in dem die Forscher die einzigartige morphologische Textur des Zahnschmelzes mit Calciumphosphationenclustern (CPICs) nachbilden konnten. Der Zahnschmelz wurde also reproduziert und auf die Zähne aufgetragen. Und tatsächlich gelang es, ein Wachstum des Zahnschmelzes nachzuweisen. Es bildete sich eine neue Schicht Hydroxylapatit (das Material, aus dem Zahnschmelz besteht) auf dem natürlichen, noch vorhandenen Zahnschmelz.

Wächst Zahnschmelz jetzt nach?

Die Frage, ob Zahnschmelz also doch nachwachsen kann, lässt sich noch nicht abschließend beantworten. Das Gel stieß leider beim Test noch ein wenig an seine Grenzen, denn die Schmelzschicht, die neu entstand, war nur 2,7 Mikrometer dick, also optisch nur unter dem Mikroskop zu erkennen. Um tatsächlich für den Massenmarkt tauglich zu sein, müsste es ungefähr 400-mal dicker sein, denn um so vieles dicker ist der natürliche Zahnschmelz. Es müsste also unzählige Male aufgetragen werden, um an die Stabilität von natürlichem Zahnschmelz heranzukommen. Also, für‘s Erste muss das Prinzip Hoffnung ausreichen, bis eine Lösung für dieses Problem gefunden wird. Jedoch ist es ein vielversprechender Anfang.

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