Die Einnahme von Fluorid ist bereits bei Kindern, und das bereits im frühesten Alter, sehr wichtig, denn Fluorid schützt die Zähne und beugt Karies vor. Das ist bewiesen. Seit Jahren trägt Fluorid zur bundesweiten Verbesserung der Mund- und Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen bei, sodass mittlerweile 80 Prozent der 12-jährigen frei von Karies sind. Jedoch gehen bei Zahnärzten und Kinderärzten die Meinungen darüber, wie das Fluorid verabreicht werden soll, oft auseinander. Vor allem geht es um den Schutz einer bestimmten Risikogruppe – der Kleinkinder mit Milchzähnen. Jedes siebte Kleinkind hat Löcher in den Milchzähnen, wie die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege herausfand. Dieser Wert sollte daher dringend verbessert werden.

Natürlich fragen sich auch gerade Eltern aufgrund der Vielzahl an Präparaten, die es auf dem Markt für Zahnpflegemittel derzeit gibt, welche davon für ihr Kind wirklich geeignet sind. Unsere Zahnärzte aus Zuffenhausen versuchen, darauf eine Antwort zu geben.

Methoden der Fluoridierung

Anfangs als schädlich oder gar giftig abgetan, gilt Fluorid heute als äußerst sicher, da es in der sehr geringen Konzentration keine negativen Auswirkungen hat. Es lagert sich auf dem Schmelz ab, bildet eine Art Schutzschild vor Bakterien und Säuren und fördert die Remineralisierung des Zahnschmelzes durch Einlagerung von Mineralien aus dem Speichel. Um Empfehlungen und Bewertungen der gängigen Fluoridierungsmaßnahmen zu sammeln, wurde im Jahr 2013 die Leitlinie „Fluoridierungsmaßnahmen zur Kariesprophylaxe“ veröffentlicht. Darin wurden vier Optionen zur Fluoridierung genannt, die in der Praxis Anwendung finden:

  1. Fluoridhaltige Zahnpasta
  2. Fluoridtabletten
  3. Fluoridlack bzw. Spüllösungen und Gele
  4. Fluoridiertes Speisesalz

Die Frage jedoch, in der sich die Experten bezüglich der Versorgung von Milchzähnen nicht einig sind, ist die, ob Fluoridtabletten oder fluoridierte Zahnpasta besser geeignet sind.

Zahnärzte vs. Kinderärzte

Die Diskussion um die Fluoridgabe bei Kindern wird von Kinderärzten und Zahnärzten bestimmt. Erstere raten zur Fluoridgabe in Tablettenform, während Letztere die Zahncreme bevorzugen. Kinderärzte berufen sich dabei darauf, dass Kleinkinder den Schaum der Zahnpasta noch nicht richtig ausspucken können und vieles davon verschlucken.

Zahnärzte hingegen argumentieren ein wenig anders. Sie empfehlen Zahnpasta, weil das Fluorid während der Zeit des Putzens seine Wirkung direkt auf dem Zahn entfalten kann, denn Fluorid wirkt am besten lokal. Tabletten könnten diesen Effekt nicht erreichen, weil sie gelutscht würden, was kleine Kinder meist nicht schaffen.

Die maximale Tagesdosis sollte in den ersten vier Jahren bei maximal 0,25 mg Fluorid liegen, daher müssen sich Eltern entscheiden, welche der beiden Varianten sie bevorzugen, denn beides zusammen ist zu viel.

ÖKO-TEST untersucht Fluoridtabletten für Kinder

ÖKO-TEST hat neun verschiedene Fluoridtabletten getestet, darunter auch Präparate mit unterschiedlichem Fluorid-Gehalt und Vitamin D-Zusatz. Von diesen neun Präparaten schnitten sechs mit der Bestnote ab, drei waren „mangelhaft“. Die sechs mit „sehr gut“ getesteten Produkte wiesen eine ausreichende Fluoridmenge auf und folgten in Anwendungshinweisen und Altersobergrenze der Leitlinie. Da jedoch bei drei Präparaten im Beipackzettel der Hinweis fehlte, dass nicht noch zusätzlich Fluorid zugeführt werden sollte als die in den Tabletten enthaltene Menge, fielen diese Produkte im Test durch. Dieser Hinweis ist wichtig, da die Gabe von zu viel Fluorid zu weißen Flecken auf den Zähnen führen kann.

Blog via E-Mail abonnieren

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an, um unsere News zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.