Wer ein Implantat braucht, hat oft die Möglichkeit zu wählen, ob es ein extra-kurzes oder langes Implantat werden soll. Beide Varianten sind vom Aufbau und der Funktion her identisch und haben ihre speziellen Vorzüge; der Unterschied liegt in der Länge. Extra-kurze Implantate (oder auch ultra-kurze Implantate) haben eine Länge von unter 6 mm, lange Implantate sind 10 mm lang. Zudem gibt es noch kurze Implantate, deren Länge zwischen langen und extra-kurzen Implantaten liegt.

Selbstverständlich kommt es im Einzelfall immer auf die Einschätzung des Zahnarztes an, dieser wird eine eingehende Untersuchung des Kieferknochens vornehmen, um zu prüfen, ob ausreichend Substanz vorhanden ist. Welche Variante der Implantate sich in welchem Fall anbietet, erklären unsere Zahnärzte der Praxis Kleinert+Kleinert in Zuffenhausen im folgenden Beitrag.

Extra-kurze Implantate: Überzeugende Ergebnisse ohne Knochenaufbau

Eine Analyse aus dem Jahr 2018 hat ermittelt, dass Implantate eine Überlebensrate von mehr als 97 Prozent aufweisen, im Einzelnen 96,69 Prozent der extra-kurzen und 97,5 Prozent der langen Implantate. Insgesamt sind die Ergebnisse für extra-kurze Implantate sehr positiv, das können auch viele andere Studien und Untersuchungen belegen. Sie sind von der Belastbarkeit, dem zu erwartenden Knochenabbau und damit verbunden auch der Lebenserwartung kaum von den Ergebnissen längerer Implantate zu unterscheiden. Besonders beliebt sind extra-kurze Implantate, wenn es darum geht, einen Knochenaufbau zu vermeiden, denn sie können auch bei dünnem Knochen eingesetzt werden. Dieser Umstand hat in der Zahnmedizin zu einem vermehrten Einsatz von Kurzimplantaten geführt. Eingesetzt werden sie primär im Seitenzahnbereich des Unterkiefers, dort beträgt die Einheilzeit circa drei Monate, im Oberkiefer etwa sechs Monate.

Für Patienten ein natürlich sehr positiver Effekt: Die Behandlungszeit und somit auch die Behandlungskosten sinken durch den Wegfall des Knochenaufbaus, und der Eingriff ist weniger belastend für den Kieferknochen. Die Risiken von Infektionen und Verletzungen des Nervs oder der Kieferhöhlen werden geringer.

Lange Implantate als „Standardlösung“

In der Analyse aus dem Jahr 2018 wurde festgestellt, dass die Ergebnisse beider Varianten der Implantatversorgung im Zeitraum von bis zu drei Jahren ähnlich gut waren. Was die ersten drei Jahre betrifft, sind die Unterscheide nur minimal und zu vernachlässigen. Jedoch sind die Risiken sowohl des marginalen Knochenverlusts als auch des Auftretens biologischer Komplikationen im Fall langer Implantate etwas höher. Die Kosten sowie die Behandlungsdauer sind ebenfalls höher. Patientenfreundlicher sind somit eher die Kurzimplantate. Dennoch hat das lange Implantat nach Analyseergebnis eine höhere, nämlich 5-Jahres-Überlebensrate.

Grundsätzlich kann jedoch auch geschlussfolgert werden, dass eine frühe Belastung durch eine prothetische Versorgung (weniger als zehn Wochen nach Implantation) negative Auswirkungen auf das spätere Knochenniveau hat, das gilt vorwiegend bei langen Implantaten und hängt aber auch von der fachgemäßen Implantation ab.

Betrachtet man diese Ergebnisse, kann aus Sicht unserer Zahnärzte aus Zuffenhausen insgesamt keine Implantatvariante präferiert werden. Beide sind über viele Jahre funktionstüchtig und bieten ein hohes Maß an Stabilität. Als „Standardlösung“ wird das lange Implantat jedoch wohl künftig nicht mehr gelten, denn das kurze Implantat bietet dem Patienten ein paar Vorteile, mit denen das lange nicht punkten kann.

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