Wir haben bereits ausgiebig über die Vorteile von Fluorid in Zahnpasten berichtet, doch es gibt zahlreiche Gerüchte und Mythen über diesen Wirkstoff, die sich hartnäckig halten. Seit den 1950er Jahren ist Fluorid eines der beliebtesten Mittel zur Kariesprophylaxe. Es befindet sich heute in den allermeisten Zahnpasten. Dennoch wird es immer wieder kontrovers diskutiert. Über 300.000 Studien haben sich mit der Untersuchung von Fluorid und dessen Wirkung auseinandergesetzt, deshalb ist praktisch nichts im Zusammenhang damit unerforscht.

Wir von der Zahnarztpraxis Kleinert+Kleinert in Zuffenhausen erklären Ihnen, was an einigen dieser Gerüchte tatsächlich wahr ist und welche keinesfalls stimmen.

Fluorid schadet den Zähnen?

Es ist durch zahlreiche Studien erwiesen, dass Fluorid die Zahngesundheit bei ordnungsgemäßer Verwendung fördert. Fluorid dient der Remineralisierung und hilft somit dabei, die von Säuren entzogenen Mineralien zu ersetzen. Fluorid bildet eine schützende Schicht um den Zahnschmelz und macht diesen beständiger gegen die Angriffe von Säuren. Es ist also für die Kariesprophylaxe von entscheidender Bedeutung, dass Fluorid in der Zahnpasta enthalten ist. Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) bestätigt diese Einschätzung, indem sie den starken Kariesrückgang in der Bundesrepublik auf die Verwendung von Fluorid zurückführt.

Kinder sollten auf Fluorid verzichten?

Nein, das ist aus dem oben genannten Grund auch bei Kindern nicht zu empfehlen. Fluorid ist ein notwendiger Kariesschutz und sollte bereits ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns zugeführt werden. Die Menge ist dabei jedoch entscheidend. Kinder sollten einen deutlich geringeren Anteil zugeführt bekommen als Erwachsene. Dazu gibt es spezielle Kinder-Zahnpasten, die sich genau an die empfohlenen Werte der Bundesärztekammer halten.

Das Trinkwasser enthält ausreichend Fluorid?

In ganz Deutschland fließt natürliches Trinkwasser durch die Leitungen. Dieses wird nicht künstlich mit Mineralien angereichert und enthält demnach auch nur wenig bis gar kein Fluorid. Ein wenig natürliches Fluorid mag gebietsweise im Leitungswasser vorkommen, jedoch sind in mehr als 90 Prozent des Trinkwassers in Deutschland weniger als 0,3 mg davon pro Liter enthalten. Regional kann es allerdings zu Schwankungen kommen. Dennoch ist es nach dieser Schätzung nicht ausreichend, um den Bedarf an Fluorid allein durch Trinkwasser zu decken.

Auch über die Nahrung wird genug Fluorid aufgenommen?

Es müsste schon ziemlich viel Salz konsumiert werden, um über die Nahrung den Fluoridbedarf des Körpers zu decken. Es gibt in Deutschland kaum ein künstlich fluoridiertes Lebensmittel, außer das besagte Salz. Natürliches Fluorid hingegen ist in Fisch und schwarzem Tee enthalten, doch handelt es sich um Werte, die vergleichsweise niedrig sind. Ein durchschnittlicher Erwachsener konsumiert täglich nur zwischen 0,4 und 0,5 mg Fluorid. Die Richtwerte liegen allerdings bei 3,8 mg (Männer) und 3,1 mg (Frauen). Sich über die Nahrung mit ausreichend Fluorid zu versorgen, ist demnach schwierig, meinen die Zahnärzte der Praxis Kleinert+Kleinert in Zuffenhausen.

Fluorid ist giftig?

Fluorid wird häufig mit Fluor verwechselt, das tatsächlich giftig ist. Fluorid hingegen ist – wie bereits gesagt – einer der am meisten und am gründlichsten erforschten Stoffe und keinesfalls in dem Umfang schädlich, wie viele Menschen es vermuten. So ist Fluorid fast 10-mal ungefährlicher als zum Beispiel Kochsalz. Entsprechend sollte auf die tägliche Zufuhr im Rahmen der angeratenen Menge nicht verzichtet werden.

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