Der neuste Trend im Bereich Home-Bleaching ist Zahnpasta mit Aktivkohle. Angeblich trägt sie zur schonenden und obendrein noch biologischen Zahnaufhellung bei. Derzeit ist sie sehr in Mode, doch die Wirksamkeit dieses Produkts ist äußerst fragwürdig. Damit reiht sich die Aktivkohle-Zahnpasta in eine Linie mit anderen „Steinzeit-Trends“ wie zum Beispiel Paläo-Diäten und Waschnüssen, deren Wirkung ebenfalls diskutabel ist.

Zahnpasta mit Aktivkohle wird von den Drogerien häufig in den Regalen weiter vorne platziert, es ist dementsprechend schwierig, sie beim Einkauf zu übersehen. Grund dafür ist, dass die Beliebtheit des Produkts weltweit ansteigt und sich der Trend nun auch in Deutschland fortsetzt. Die Werbebotschaft von hartsubstanzschonender Zahnaufhellung und dabei auch noch das Versprechen eines All-inklusive-Pakets der Mundhygiene (Kariesprävention, antibakterielle Wirkung) trifft nach Erfahrung unserer Zahnärzte in Zuffenhausen den Nerv vieler Konsumenten.

Eine britische Gruppe von Forschern hat sich deshalb mit aktuellen Studien beschäftigt und den angeblichen Effekt der Zahnaufhellung von aktivkohlehaltigen Zahnpasten genauer angeschaut.

Inhaltsstoffe im Test

Die Forscher fassen die Studienlage mit dem abschließenden Fazit zusammen, dass ein gesundheitlicher Nutzen solcher Pasten nicht belegt werden konnte und appellierten an Zahnärztinnen und Zahnärzte, ihre Patienten über den fehlenden Nutzen aufzuklären. Es bestehen sogar Risiken aufgrund fehlender, unwirksamer oder bedenklicher Inhaltsstoffe. Dazu gehören Zusätze wie Bentonit-Ton oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die nicht als unbedenklich einzustufen sind.

Kohlebasierte, fluoridhaltige Zahnpasten seien zudem weniger wirksam als normale fluoridhaltige Zahnpasten, denn durch die absorbierenden Eigenschaften von Aktivkohle sind weniger enthaltene Fluoride verfügbar. Folglich besteht eher ein höheres Risiko für die Entwicklung von Karies als bei der Nutzung einer herkömmlichen Zahnpasta. Die Behauptung, Aktivkohle-Zahnpasten hätten eine kariespräventive Wirkung, stellt sich demnach nicht als wahr heraus.

Eine weitere negative Begleiterscheinung bei der Nutzung von Aktivkohle-Zahnpasten ist die mögliche Ansammlung von Holzkohlepartikeln in den Parodontaltaschen bei Patienten mit Parodontalerkrankungen. Diese Ansammlung kann dazu führen, dass sich das Gewebe der Parodontaltaschen grauschwarz verfärbt.

Whitening-Effekt nicht vorhanden

Nahezu alle Hersteller suggerieren dem Konsumenten bei Verwendung der Aktivkohle-Pasten einen „Whitening-Effekt“. Dieser besteht jedoch in der Entfernung von anhaftenden Verfärbungen durch abrasive Elemente und nicht in einer Änderung der eigentlichen Zahnfarbe, wie es der Konsument womöglich glaubt. Eine bleichende Wirkung ist demnach nicht vorhanden, es handelt sich nur um eine Abrasion. Selbst wenn bleichende Mittel der Zahnpasta beigefügt würden, wäre der Effekt ähnlich dem, der sich bei Fluoriden zeigt: Die hohe Absorptionsfähigkeit der Aktivkohle verhindert eine Verfügbarkeit bleichender Komponenten.

Das enthaltene Aktivkohle-Pulver besteht häufig aus diversen Komponenten, die Bandbreite reicht von Holz, Kohle oder Bambus bis hin zu Nussschalen. Den Grad der Abrasion zu definieren ist deshalb oftmals schwierig. Bei einigen Stoffen ist der Grad höher, weshalb ein längerer Gebrauch solcher Pasten zu einem Defekt des Zahnschmelzes führen kann.

Eine Wirkung hinsichtlich der angedeuteten Kariesprävention oder der schonenden Zahnaufhellung ist demnach nicht nachweisbar. Vielmehr bestehen für die Patientinnen und Patienten zahlreiche Risiken einer Zahnschädigung. Im Zweifelsfall fragen Sie bei Ihrem Zahnarzt nach, gern bei uns in Zuffenhausen, ob eine aktivkohlehaltige Zahnpasta in Ihrem Fall empfehlenswert ist.

Blog via E-Mail abonnieren

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an, um unsere News zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.