Mundspülungen gehören für viele Menschen zur täglichen Zahnhygiene dazu. Sie sollen gegen Zahnbelag, Karies und Mundgeruch wirken und dabei unterstützen, Zahnfleischentzündungen zu vermeiden. Natürlich wird die Nutzung von Mundspülungen deshalb gern von Zahnärzten empfohlen, auch wir bei Kleinert+Kleinert in Zuffenhausen sind von der positiven Wirkung überzeugt. Insbesondere Mundspülungen mit dem Wirkstoff Chlorhexidin, einem Breitbandantiseptikum, bieten sich zum Zweck der Zahnreinigung an. Dieser Wirkstoff haftet lange an Zähnen und Schleimhaut und hat deshalb eine anhaltende antibakterielle Wirkung.

Studien ergaben: Nebenwirkungen sind nicht ausgeschlossen

Im Rahmen eines Cochrane-Reviews aus dem Jahr 2017 wurde weiterführend die Frage gestellt: „Hat die Häufigkeit der Spülung oder die Konzentration der Lösung Auswirkungen auf das Ergebnis und gibt es unerwünschte Nebenwirkungen?“. Dafür nutzen rund 5.300 Teilnehmer mit Zahnfleischentzündungen oder Parodontitis über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen Mundspülungen mit Chlorhexidin.

Daraus ergab sich zunächst, dass eine Konzentration oder Stärke der Chlorhexidin-Mundspülung nicht wirksamer war als eine andere. Jedoch konnte auch bestätigt werden, dass Chlorhexidin zusätzlich zur üblichen Zahnhygiene im Alltag effektiv zu einer starken Reduzierung von Zahnbelag führt.

Des Weiteren führte die langfristige Anwendung von Mundspülungen häufig zu Verfärbungen der Zähne, wodurch eine professionelle Zahnreinigung (PZR) häufig nötig wurde. Weitere Nebenwirkungen waren „die Bildung von Zahnstein, eine zeitweilige Geschmacksbeeinträchtigung und eine zeitweilige Ablösung/Schädigung der Mundschleimhaut“.

Bluthochdruck als Nebenwirkung

Ist die Mundschleimhaut erst einmal geschädigt, werden auch die dort ansässigen nützlichen Bakterien in Mitleidenschaft gezogen, also diejenigen, welche die Mundflora bilden. Diese haben auch eine unterstützende Funktion, um den Blutdruck zu regulieren und in einem normalen Bereich zu halten.

Anfang des Jahres wurde im Fachjournal Frontiers in Cellular and Infection Microbiology ein Fachartikel veröffentlicht, in dem US-Forscher beschrieben, wie Chlorhexidin die Bakterien der Mundflora zerstört, die an der Umwandlung von Nitrat in Stickstoffmonoxid beteiligt sind. Stickstoffmonoxid ist ein Molekül, das wiederum den Blutdruck stabilisiert. Sind die „guten“ Bakterien zerstört, wird also kein regulierendes Sickstoffmonoxid produziert und der Blutdruck steigt an. Bei den Teilnehmern der US-Studie zeigten sich bereits nach einer Woche erste Veränderungen des Blutdrucks. Erst nach Absetzen der Mundspülung regenerierte sich die Mundflora und der Blutdruck wurde wieder normal, nachdem sich die Bakterien wieder ansiedeln konnten.

Für viele Blutdruckpatienten, bei denen nicht festgestellt werden kann, warum der Blutdruck so hoch ist, kann das eine gute Nachricht sein. Passende Gegenmaßnahmen zu ergreifen ist in diesen Fällen leicht möglich, zum Beispiel mit probiotischen Präparaten, welche die Darm- und Mundflora sanieren. Eine gestörte Mundflora birgt auch das Risiko für andere Erkrankungen, zum Beispiel Rheuma, Alzheimer und Diabetes. Die prinzipiell gut gemeinte Mundspülung kann in manchen Situationen demnach mehr Schaden als Nutzen bringen. Im Zweifelsfall sollten Sie deshalb Ihren Zahnarzt aufsuchen, um Risiken zu vermeiden. In Zuffenhausen sind wir gern für Sie da.

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