Kaugummi gilt für die meisten Menschen als Genussmittel. Dass es auch ein Mittel zur Kariesprävention sein kann, denken vermutlich nur die wenigsten. Einige Studien haben sich mit den Wirkmechanismen von Kaugummi befasst und erstaunliche Ergebnisse hervorgebracht. Die Leitlinie zur Kariesprophylaxe aus dem Jahr 2016 spricht sich sogar bei bleibenden Zähnen für das Kaugummikauen nach den Mahlzeiten aus, allerdings unter der Voraussetzung, dass das Kaugummi zuckerfrei ist. Als Ihre Zahnärzte in Zuffenhausen erklären wir Ihnen, warum Kaugummikauen bei der Kariesprophylaxe vorteilhaft ist und worin die positive Wirkung begründet liegt.

Nach Auffassung vieler Wissenschaftler spielt zusätzlich zum Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta und allgemein reduziertem Zuckerkonsum das Kaugummikauen zur Anregung des Speichelflusses eine Rolle bei der Kariesprophylaxe. Stimulierter Speichelfluss bringt viele positive Eigenschaften mit sich, welche die Entstehung und das Voranschreiten der Kariesentwicklung beeinflussen. Der Vorgang des Kauens und die Anregung der Nerven durch die enthaltenen Geschmacksstoffe des Kaugummis begünstigen die Speichelproduktion. Dieser wiederum hat Einfluss auf die Neutralisation von Säuren im Mundraum. Außerdem unterstützt vermehrter Speichelfluss die Reinigung der Mundhöhle aufgrund der spülenden und remineralisierenden Wirkung.

Geschmacks- und Geruchsempfindungen werden durch Reize auf der Zunge und im Mund ausgelöst und stimulieren den Speichel, der eine wesentlich stärkere Wirkung hat als Ruhespeichel. Die Schluckrate wird erhöht und der Plaque-pH-Wert gesenkt. Der Konsum von zuckerfreien Kaugummis mit Geschmacksstoffen hat demnach einen weitaus positiveren Effekt als das Kauen einer geschmacksneutralen Kaumasse. In der Regel hält dieser Effekt bis zu 20 Minuten an. Um ihn zu verlängern, empfehlen Zahnärzte langsames Kauen, um die Geschmacksstoffe nicht zu schnell herauszulösen.

„Dental-Kaugummis“ gibt es nicht

Es gibt keine Hinweise darauf, dass man den kariespräventiven Effekt durch bestimmte Inhaltsstoffe maximieren kann. Getestet wurden in Studien unter anderem die Inhaltsstoffe Xylit und die Zuckeraustauschstoffe Cyclamat und Aspartam, bei denen jeweils keinerlei kariogene Wirkung nachgewiesen werden konnte. Somit ist das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi nicht nachteilig für die Zahngesundheit. Der positive Effekt des Kaugummis dagegen entsteht allein aufgrund des erhöhten Speichelflusses. Wichtig sind deshalb vor allem der Vorgang des Kauens und der Geschmack des Kaugummis.

Zahnmedizinisch gibt es demnach keinen „Dental-Kaugummi“, der besonders wertvoll zur Kariesprophylaxe ist und den wir als Zahnärzte in Zuffenhausen empfehlen können. Allerdings sehen auch wir in Kaugummikauen einen Bestandteil der Kariesprophylaxe, der unterstützend wirkt und zudem auch geschmacklichen Genuss bereiten kann.

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